Das Kommunikationsverhalten wandelt sich. Wurde in den 90er Jahre die E-Mail zur Standard-Kommunikationsform im privaten wie beruflichen Umfeld, so haben seit einigen Jahren zunehmend Messenger-Dienste wie Whatsapp diese Funktion – unter Jugendlichen wie Erwachsenen – übernommen und sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dabei fällt nicht ins Gewicht, dass einige Wenige noch die Nutzung verweigern – das gab es selbstverständlich auch bei der für manche als Kulturbruch angesehenen Email. Fakt ist: Unter den heutigen Schülerinnen und Schülern, und teils auch Erwachsenen, sind Messenger die einzig relevante Kommunikationsform. Der „Masterplan Digitalisierung“, nach dem in Niedersachsen ab 2021 Smartphones als Lernmittel zugelassen werden sollen, im Zusammenspiel mit dem „Digitalpakt“ werden diese Entwicklung verstärken. Über Emailadressen verfügen viele Jugendliche heute gar nicht mehr. Falls nötig, läuft die Kommunikation dann über die Adressen der Eltern, mit entsprechenden Verzögerungen und Transportverlusten in der Folge.

Selbstverständlich liegen die Kommunikationsformen im Eltern- und Schülerkontakt immer im Ermessen der Lehrkraft. Seit Jahren hat aber die Nutzung von zunächst Facebook, dann Whatsapp immer stärker zugenommen. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen nutzen Whatsapp als klassen- und kursinternen Verteiler für Information und weitergehende Interaktion wie z.B. den Austausch von Arbeitsergebnissen und anderen Materialien.

Rechtlich war und ist dies, insbesondere in Bezug auf den im Schulleben besonders sensiblen Datenschutz, ein Graubereich. Dem hat nun die Landesschulbehörde Niedersachsen im Zusammenwirken mit der Landesbeauftragten für Datenschutz Niedersachsen einen Riegel vorgeschoben. Die Nutzung von Whatsapp wird grundlegend als „[…] für schulische Zwecke […] nicht zulässig angesehen.“

Schreiben-Datenschutzbeauftragte

Ein kategorisches Verbot. In anderen Bundesländern läuft aktuell die Diskussion. Was fehlt? Eine Alternative für die Kolleginnen und Kollegen, die im täglichen Schulbetrieb die Vorteile eines Messengers zu schätzen wissen.

Vorteile der Messenger-Nutzung in der Schule

Denn die Kommunikation ist im Wandel begriffen – es entsteht zunehmend eine Kommunikation beider Seiten, gewissermaßen auch ein neues Schüler-Lehrer-Verhältnis. Aus eigener Erfahrung: Die SuS stellen z. B. Fragen zu fachlichen oder organisatorischen Dingen. Die kann ich beantworten, oder die SuS (und das ist die Regel) geben die Antwort einfach selbst im Gruppenchat. Im Vergleich zum Mailing ist die Hemmschwelle dem Lehrer zu schreiben offensichtlich hinreichend niedrig, allerdings auch (angesichts der Lehrerpräsenz in der Messenger-Gruppe) hinreichend hoch, sodass es nicht zum häufig so üblichen Spam-Schreiben kommt. Die Chats dienen dann dem zielgerichteten und schulbezogenen Austausch.
Vor allem aber habe ich die Möglichkeit, kurzfristig und unmittelbar:

  • Raumänderungen durchzugeben,
  • an Termine zu erinnern,
  • Aufgaben für den Vertretungsunterricht zu stellen,
  • Tafelbilder als Fotos zu verteilen,
  • Hinweise auf URLs zu geben,
  • um Buchmitnahme zu bitten oder das Buch kurzfristig auch wieder auspacken zu lassen,
  • Terminveränderungen vorzunehmen,
  • Hausaufgaben einzufordern,
  • Klassenfahrten zu managen,
  • organisatorische Punkte abzustimmen,
  • HA über den Messenger abzuwickeln (häufig in Geschichte: als Kurs zuhause im Dialog eine Definition entwickeln – das Chatprotokoll und die Abschlussdefinition dienen dann als Vorlage für die Diskussion)
  • uvm. .

Kurz gefasst: Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, beim Aussprechen kategorischer Verbote in diesem Bereich möglichst auch Handlungsalternativen aufzuzeigen. Gerade im Kontext zunehmender Digitalisierung und politisch gewünschter 1:1-Ausstattung im BYOD-Device-Ansatz und gerade angesichts der Tatsache, dass Emails für heutige Schülerinnen und Schüler eher ein Relikt aus der Studienzeit ihrer Eltern darstellen, denn eine ernstzunehmende Kommunikationsform.

Also werden die Initiative und das Engagement wieder an die Schulen und Lehrkräfte ausgelagert, die an einer zielführenden Lösung interessiert sind.

Das Ziel der Recherche ist damit klar: Einen zuverlässigen, praktikablen und datenschutzrechtlich unbedenklichen Messenger für den gesamten Schulbereich finden, und das möglichst kostenlos.

Welche Messenger in der Schule? (Whatsapp), Threema und schul.cloud kurz vorgestellt

Whatsapp – Messenger in der Schule

Whatsapp kommt selbstverständlich aus genannten datenschutzrechtlichen Gründen und mit Verweis auf das Schreiben der Landesbeauftragten für Datenschutz Niedersachsen nicht in Betracht.

Threema Education – Messenger in der Schule

Ein Angebot kommt von der schweizer Messenger-App Threema, die seit Anfang April 2018 auf die zunehmende Kritik an Whatsapp reagierten und „Threema Education“ auf den Markt brachten. Knapp zwei Monate vor in Kraft treten der DSGVO boten sie damit einen Messenger an, der die Datenschutz-Anforderungen erfüllt und auch sonst nützliche Funktionen für die Schule bietet:

  • Threema erfüllt die gesetzlichen Anforderungen bezüglich Datenschutz – und wird von renommierten Datenschützern empfohlen.
  • Threema Education bietet den gleichen Funktionsumfang wie WhatsApp und noch mehr: zum Beispiel eine praktische Umfragefunktion.
  • Im Gegensatz zu WhatsApp kann Threema ohne SIM-Karte und ohne Telefonnummer verwendet werden und eignet sich daher z.B. auch für die Nutzung auf Schul-Tablets.
  • Und: Threema Education kann von den Schul-Verantwortlichen zentral administriert und konfiguriert werden, um eine sichere Nutzung durch die Schüler zu gewährleisten.
  • „Niedriger Preis“ (Werbeargument): Pro Schüler wird von der Schule eine Lizenz gekauft, die gemäss der Vertragsbestimmungen «unbeschränkt gültig» ist und jederzeit auf andere Personen (Lehrer, Eltern, Schüler) übertragen werden kann.
  • Es fallen damit keine wiederkehrenden Kosten an.
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Problem: Die Kosten. Denn ein Messenger, den gar nicht alle Lehrkräfte nutzen wollen und der dann nur einzelnen Kursen zugutekäme müsste eigentlich (zumindest an unserer Schule) kostenlos sein. Threema dagegen berechnet derzeit 9,10 Franken – ca. 8 Euro pro Lizenz. Das ist ein recht hoher Einmalbetrag. Zudem kommen bei einmaliger Einrichtung diverser Lizenzen an einer durchschnittlichen Schule mit 1.000 SuS hohe Einmalbeträge zusammen, die doch abschreckend wirken und die für mich eine Nutzung derzeit ausschließen. Sollte allerdings Budget vorhanden sein und die Präferenz auf einem fertig entwickelten und ausgereiften Messenger liegen, ist Threema Education eine echte Option. Zahlreiche Schulen testen bereits den Einsatz. Das Feedback ist durchweg positiv.

Wire – Messenger in der Schule

Eine weitere, in letzter Zeit immer bekannter gewordene Alternative ist das (zumindest für Privatnutzung) kostenlose Wire: Der Anbieter stammt aus der Schweiz mit Niederlassung in Berlin.

Vorteil auch hier: Außer einem selbst gewählten Nutzernamen werden keinerlei persönliche Angaben übertragen, weder in Gruppen, noch in der persönlichen Kommunikation. Ein echtes Argument für den Schulgebrauch, aber Wire biete weitere nützliche Funktionen:

  • Wire erfüllt die gesetzlichen Anforderungen bezüglich Datenschutz – und wird von zahlreichen Datenschützern empfohlen. In der Pro-Version auch DSGVO-konform.
  • Wire bietet den gleichen Funktionsumfang wie WhatsApp und noch mehr: zum Beispiel Videotelefonie, animierte GIFs und eine Malfunktion für Zeichnungen und handschriftliche Nachrichten. Der Quelltext ist open source (öffentlich einsehbar), auf der Wire-Website kann man sich selbst ein Bild machen, welche zahlreichen Vorteile Wire gegenüber anderen populären Messengern hat.
  • Zudem ist der Messenger auf Android, iOS, Windows Phone, an PC und Mac sowie in allen aktuellen Browsern gleichzeitig auf mehreren Geräten mit demselben Account nutzbar – es wird niemand von der Kommunikation ausgeschlossen, der kein Smartphone besitzt – ein wichtiges Argument bei Schülerinnen und Schülern!
  • Wichtig für Schulen: Zum Erstellen eines Accounts genügt eine beliebige E-Mailadresse, die natürlich auch anonym sein kann.
  • „Niedriger Preis“ (Werbeargument): Schulen kaufen eine Pro-Lizenz für 6 Euro / Monat, die dann aber mit Bildungsrabatt (90%) für weitere neun Schüler gilt. Im Gegensatz zu Threema Education also ein Abo-Modell mit einem großzügigen Rabatt.
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Problem: Auch bei Wire – die Kosten. Leider entspricht nur die Pro-Version der DSGVO, die für Schulen ein absolutes Ausschlusskriterium darstellt. Ein Messenger, den gar nicht alle Lehrkräfte nutzen wollen und der dann nur einzelnen Kursen zugute käme, müsste eigentlich (zumindest an unserer Schule) kostenlos sein. Wire dagegen berechnet derzeit 6 Euro / Monat / 10 Lizenzen. Das ist einerseits ein hoher und fairer Rabatt für die Pro-Version, aber immer noch ein ordentlicher Kostenaufwand. Zudem kommen dann an einer durchschnittlichen Schule mit 1.000 SuS trotzdem noch hohe Abo-Beträge zusammen, die doch abschreckend wirken und die für mich eine Nutzung derzeit ausschließen. Sollte allerdings Budget vorhanden sein und die Präferenz auf einem fertig entwickelten, sicheren und ausgereiften Messenger liegen, ist auch Wire (wie Threema Education) eine echte Option. Einige Schulen testen bereits den Einsatz. Das Feedback fällt auch hier positiv aus.

schul.cloud – Messenger in der Schule – die sichere und kostenlose Alternative zu Whatsapp?

Ein neuer Anbieter auf dem Markt ist die App schul.cloud von Heinekingmedia aus Hannover. Auf diese App war ich bei weiterführenden Recherchen in einem Artikel der HAZ gestoßen, in dem der niedersächsische Kultusminister Tonne mit den begeisterten Worten „Genau solche Lösungen suchen wir, um das Lernen mit digitalen Medien voranzubringen!“ zitiert wurde.

Die vorgestellte Lösung klang tatsächlich interessant und angesichts der deutlichen Vorgaben seitens Landesschulbehörde und Landesbeauftragter für Datenschutz überzeugend für einen Praxistest, der mit der schnell erledigten Account-Eröffnung für unsere Schule begann.

Was ist schul.cloud?

schul.cloud positioniert sich (genau wie Threema Education) als Whatsapp-Alternative. So bietet schul.cloud einen schuleigenen Messenger mit persönlicher Dateiablage. Insbesondere für Lehrer werden so die Trennung zwischen beruflicher und privater Kommunikation sowie der Schutz der Privatsphäre wieder hergestellt. schul.cloud ist auf jedem Endgerät (Smartphone, Tablet, PC) für Lehrer und Schüler verfügbar. Medienbrüche entfallen, da die gewohnten Endgeräte aus dem Privatleben nun auch für die Kommunikation im Schulalltag regulär verwendet werden können. Zudem können Schulen – so ein Ziel von schul.cloud bei vollständiger Einbindung der Schulgemeinschaft in den Messenger – durch das digitale Verteilen von Dokumenten erhebliche Kopier- und Druckkosten sparen.

Wie funktioniert schul.cloud?

Mit dem Messenger kommunizieren Schüler sowie Lehrer in Form von Einzel- und Gruppenchats ausschließlich schulintern. Die Basis bildet das schulinterne Kontaktverzeichnis. Der Messenger ist für jedes Endgerät (Arbeitsplatz-PC, Smartphone, Tablet) verfügbar. Er kann sowohl didaktisch für die Verteilung von Unterrichtsmaterial als auch administrativ für die Schulorganisation eingesetzt werden. Weitere Hilfen und Hinweise finden sich auf dem schul.cloud-Blog.

Wie sieht es in Sachen Datenschutz (DSGVO) aus?

Der Schutz personenbezogener Daten steht bei schul.cloud laut Werbeaussage an höchster Stelle. Was überzeugend klingt: Mit der schul.cloud erhalten Schulen eine hochsichere Technologie, die z.B. auch bei der Polizei im Einsatz ist – Niedersachsen und Hessen nutzen die Basistechnologie stashcat® für die landesweite, dienstliche Kommunikation. Die DSGVO wird voll berücksichtigt. Die Software nimmt (im Gegensatz zu Whatsapp) keinen Zugriff auf die privaten Smartphones und benötigt keine Telefonnummern und privaten Kontakte.

Einzige Registrierungsdaten für die App sind eine Emailadresse (auch anonym) und ein Nutzername – damit entsprechen die Nutzerdaten 1:1 dem im Schreiben der Landesbeauftragten geforderten Umfang, den auch die von ihr als Kommunikationsform geforderten Emailadressen nutzen (mit dem großen Unterschied, dass bei Emails regelmäßig auch IP-Adressen und andere Daten mit übermittelt werden – was dann deutlich für die App schul.cloud spräche).

Zwischenfazit: Damit werden wichtige Kriterien der Landesbeauftragten für Datenschutz Niedersachsen erfüllt.

Anmerkung hierzu: Um sicherzustellen, dass die Nutzung von schul.cloud wirklich den Vorgaben der Landesschulbehörde entspricht, habe ich eine Datenschutzanfrage gestellt und – offensichtlich als erste der vielen Schulen, die schul.cloud bereits nutzen – um eine Einschätzung und abschließende Beurteilung seitens der LSchB Niedersachen und der Landesbeauftragten für Datenschutz gebeten. Wenige Stunden später erhielt ich die Antwort einer Dezernentin: „[…] Vielen Dank für Ihre Anfrage. Es werden derzeit diverse Messenger auf ihre Datenschutzkonformität überprüft. Sofern ein Ergebnis vorliegt, werden Sie entsprechend informiert werden. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. […].“

Es bleibt interessant abzuwarten, wie die finale Antwort ausfällt.

schul.cloud im Testverfahren – wie läuft die Nutzung? Erste Erfahrungen

Eröffnung eines Kontos und Einrichtung der Nutzer

1. Einmalig als Administrator registrieren. Nach 2 Tagen erhält man per Post einen Aktivierungscode und kann das Schulkonto eröffnen.

2. Jetzt können ganz einfach Einladungscodes erstellt werden – für die Rechtegruppen Lehrer, Schüler und Eltern. Mit diesen Codes können sich die neuen Nutzer dann einmalig (mit Emailadresse und Nutzername) registrieren.

3. schul.cloud kann dann mit den selbsterstellten Zugangsdaten auf dem Smartphone, dem Tablet, dem Laptop oder auch dem Heim-PC installiert und genutzt werden. Jeder Nutzer kann zudem eigene Gruppen anlegen.

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Die Nutzung von schul.cloud entspricht fast 1:1 der Funktionsweise von Whatsapp. Die Schüler zeigten sich bei ersten Tests begeistert von den Möglichkeiten der App, die optisch Whatsapp entspricht und auch die gleichen Funktionen bietet und sowohl unter iOS, Android als auch Windows problemlos läuft.

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Im täglichen Gebrauch konnten wir bisher keine Probleme beim Schreiben von Nachrichten oder dem Posten von Dateien (Fotos, Arbeitsblätter etc.) feststellen. Nachrichten werden per Push-Nachricht angezeigt, es können Fotos (Fotos / Kamera), Dateien, Sprachnachrichten oder auch der Standort verschickt werden.Z


Zwei kleine Probleme, die bisher auftraten: Die Dateiablage funktioniert noch nicht zufriedenstellend. Mit dem Update vom 05.02.2019 ist der Dateiimport / Download nun problemlos möglich. Damit ist schul.cloud voll funktional in Bezug auf die Kernaufgaben: Messenger und Dateiaustausch mit Lerngruppen.
Auch gab es (bei 1 von 33 Nutzern) kleinere Schwierigkeiten bei der Anmeldung, die laut Support an der doppelten Verschlüsselung liegen, wenn von unterschiedlichen Geräten auf schul.cloud zugegriffen wird. Das Problem wurde mittels Löschen und Neuanmelden des Accounts aber schnell gelöst. (Stand: 08.02.2019)


Vorteilhaft für Lehrkräfte: In Gruppen kann voreingestellt werden, ob die Kommunikation nur seitens der Lehrkraft oder aber für alle Gruppenmitglieder möglich ist. Damit kann klar zwischen Arbeit und Freizeit getrennt und der Messenger auch nur für Informationen und Bekanntmachungen seitens der Lehrkraft genutzt werden – allerdings mit der Garantie, dass die Nachrichten zeitnah gelesen werden (inkl. Zustell- und Lesebenachrichtigung wie bei Whatsapp). Ein wichtiges Kriterium für viele Lehrkräfte, welche die andauernde Erreichbarkeit nicht noch weiter ausdehnen möchten.

Zwischenfazit: schul.cloud ist ein guter und sicherer kostenloser Messenger für die Schule (Stand 08.02.2019)

Mit schul.cloud steht seit Anfang 2018 ein Messenger-System zur Verfügung, das die Vorteile von Whatsapp hinsichtlich der Möglichkeiten (Nachrichten, Einzel- und Gruppenchats, Fotos, Dateien, Standort) mit einem Dateiablagesystem für die schulische Arbeit und vor allem einer DSGVO-konformen Sicherung des Datenschutzes und der Privatsphäre von Schülern wie Lehrkräften kombiniert. Dass der Messenger im Gegensatz zu technisch noch ausgereifteren Diensten wie Threema Education oder Wire Pro kostenlos ist und (laut Herstelleraussage) auch bleiben wird, ist ein deutliches Argument für schul.cloud, dessen Server zudem in Deutschland stehen. Kleinere Probleme sind wohl der noch laufenden Entwicklung geschuldet. So kann es durch die doppelte Verschlüsselung bei der Anmeldung zu Problemen kommen – der Support reagiert aber schnell und direkt. Das zeigte sich auch bei einer häufig gewünschten Funktion – dem unkomplizierten Austausch von Dateien in der Dateiablage – dessen fehlende Funktionen (Dateidownload) per Update direkt implementiert wurden. Damit bleiben in der kostenlosen Version kaum Wünsche offen.

Auch wenn der Datenschutz gemäß DSGVO umfassend gewährleistet und vor allem die zentralen Kritikpunkte der Landesbeauftragten für Datenschutz erfüllt werden, steht eine verbindliche Einschätzung seitens der LSchB Niedersachsen noch aus.


Fortsetzung folgt im Verlauf des Testverfahrens oder bei neuen Aspekten… 

Hinweis: die schul.cloud-Screenshots wurden freundlicherweise vom Anbieter zur Verfügung gestellt. Ansonsten stellt dieser Artikel eine persönliche Einschätzung ohne Gegenleistung seitens des Anbieters dar.

Fragen, Rückmeldungen, Kommentare? Beteiligen Sie sich gerne!

9 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für diese gute Übersicht. Wir nutzen gerade auch testweise schul.cloud und sind mit dem Feature Dateiverteilung ebenfalls unzufrieden. An der Stelle einmal die Frage: Auf welchem Weg können denn digitale Arbeitsblätter für die Schüler am besten ausgeteilt werden? Gibt es ausser schul.cloud noch eine datenschutzkonforme Methode, den Zugriff auch über ein gemeinsame Cloud zu ermöglichen?

    • Das hängt vom IT-System der Schule ab bzw. vom Digitalkonzept. Bei uns lief und läuft das bis jetzt immer über die iServ-Dateiablage – die wird von allen SuS und LuL genutzt (ist aber manchmal etwas mühsam). In unseren ML-Klassen ganz simpel über AirDrop (natürlich sehr praktisch, aber nur bei iPad-Klassen). Ggf. über selbstgenerierte QR-Codes (z.B. via https://www.qrcode-monkey.com/de) – müsste datenschutzkonform sein. Von schul.cloud wurde aber bereits ein Update der Dateiverteilung angekündigt. Da sind wir dann zwar Beta-Tester, aber immerhin…

  2. Hi zusammen,

    bei der Übersicht vermisse ich noch den DSGVO konformen Messengerdienst von Wire Swiss GmbH (Wire Messenger), welcher identische Möglichkeiten wie Threema Education bietet. Der Wire Messenger ist für die private Nutzung kostenlos (und auch sehr empfehlenswert).
    In der Pro Version (eigentlich für Unternehmen gedacht) ist der Messenger auch mit dem Mehrwert von zusätzlichen Features (Umfragetools, Gästebereich etc.) bestückt. Die Pro Version kostet ca. 4-6€/Monat pro Nutzer: Wire bietet allerdings 90% Rabatt für Bildungseinrichtungen.

    Jetzt aber meine eigentliche Frage:
    Gibt es bisher nur Erfahrungen zu der kostenlosen „Light“ Version von Schul.Cloud oder konnten auch Pro Features getestet werden?

    Liebe Grüße und Danke.

    • Habe ich mir angeschaut und ergänzt. Die kostenlose Version werde ich wohl selbst privat testen und mit schul.cloud vergleichen.

  3. Hallo,
    vielen Dank für die Übersicht! Die IGS Bovenden hat seid Sommer 2018 die Schul.Cloud Pro als Pilotprojekt vom Land als offizielle Plattform in Betrieb. Seit dem Update über Weihnachten läuft sie sehr zuverlässig und ist eine echte Erleichterung, auch bei der Kommunikation über datenschutzrelevante Themen und als Dateiablage. Wir sind im Austausch mit den Betreibern – für eine stetige Verbesserung der App.
    Viele Grüße!

  4. Bemerkenswert, dass bei Wire und Threema die Kosten als „Problem“ angesehen werden, die bei schul.cloud pro anfallenden Kosten jedoch nirgends erwähnt sind. Das vermittelt einen stark verzerrenden Eindruck. Ergänzt mit der erkennbar tendenziösen Darstellung hat das „Geschmäckle“.

    • Ja, die Kosten sind bei Wire und Threema ein Problem, weil ich bei diesen Anbietern als Schulorganisation keinen vollwertigen Messenger mit zentraler Nutzerverwaltung erhalten kann. Bei schul.cloud erhalte ich genau diese Funktion gratis (siehe Artikel-Titel), weswegen ich auf schul.cloud Pro auch gar nicht eingehen muss. Denn eine weitere Schulverwaltung benötigen wir nicht, dafür zahlen wir bereits IServ.
      Und keine Sorge: Ich habe von schul.cloud keinerlei Gratifikationen erhalten, sondern wollte einfach nur meine (positiven!) Erfahrungen mit diesem kostenlosen Messenger teilen, die sich auch nach mehreren Monaten im Schuleinsatz weiter bestätigen.

      Freue mich ansonsten jederzeit über Ergänzungen zu (kostenlosen) Messenger-Diensten für den Schulgebrauch.

  5. Hi,

    vielen Dank für die Ausführlichkeit und die Ergänzungen. Bei einer Sache würde ich gerne aber noch ergänzen, dass Wire auch in der Privaten Version DSGVO konform handeln muss, weil Wire als schweizerisches Unternehmen (zwar nicht EU, aber) Daten von in der EU niedergelassenen Personen verarbeitet, eine Niederlassung in der EU (Deutschland) hat und außerdem die Auftragsverarbeitung in der EU (Datenablage auf deutschen und irländischen Servern) vornimmt, müssen die Bedingungen für die DSGVO Konformität gewährleistet sein. Auch in der Privaten Version des Messengers…!?

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