Home Schulentwicklung iPad-Verwaltung in der Schule – Gerätemanagement (MDM) mit ZuluDesk

iPad-Verwaltung in der Schule – Gerätemanagement (MDM) mit ZuluDesk

Wie funktioniert die Verwaltung von iPads in der Schule? Welche Funktionen sind möglich? Ein erster Überblick und Erfahrungsbericht zur MDM-Lösung ZuluDesk, mit der wir seit Anfang 2017 arbeiten.

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ZuluDesk MDM

Schulen, die bspw. Tablets im 1:1-Ansatz im Unterricht einführen möchten, stehen zwangsläufig vor der Frage, wie die Geräte verwaltet werden können. Ein Gerätemanagement-System (auch Mobile Device Management – MDM) ist essentiell, möchte man den reibungslosen Ablauf im Schulbetrieb gewährleisten. Nur so sind schulorientierte Nutzung, zeitsparende Verwaltung und vor allem ein guter Überblick über verschiedene Klassen und die Schülerinnen und Schüler mit ihren Tablets möglich.

Gesucht: Ein gutes MDM für die iPad-Verwaltung

Im ML-Projekt am Theodor-Heuss-Gymnasium Göttingen war die zweite Grundentscheidung, nach dem Votum für Apple-iPads, die Einführung eines umfassenden Gerätemanagement-Systems. Folgende Anforderungen galt es zu erfüllen:

  • Einfache Bedienung, da bisher kein Kollege mit Apple gearbeitet hatte
  • Zuverlässigkeit
  • Schulrelevante Funktionen (Klassen verwalten, Apps kaufen und verteilen, Schüler- und Lehrergeräte mit entsprechenden Funktionen versehen, …)
  • Unterrichtsrelevante Funktionen (Unterrichtsverwaltung – Materialien verteilen, SuS ggf. steuern, SuS ggf. kontrollieren und Funktionen der iPads ggf. einschränken)
  • Sicherheit
  • Datenschutz
  • Keine zu hohen Kosten

Gefunden: MDM – System von ZuluDesk

Bei der Suche stießen wir schnell auf das System von ZuluDesk, einem niederländischen Anbieter – das bisher aber von keiner Schule in Göttingen genutzt wurde. Wir wollten uns nicht auf die sehr simple und kostenlose Apple-Verwaltung verlassen, da es uns in Zusammenarbeit mit Kollegium, Eltern und SuS vor allem um die didaktisch zielorientierte Verwaltung der iPads im Schulbetrieb ankam – und damit auch eine zuverlässige Kontrolle der Geräte. Wir betraten Neuland und entschieden uns für eine umfassende Einarbeitung und anschließende Testphase. Zudem führten wir das Projekt im ersten Schuljahr zunächst nur mit einer Klasse durch, um das System in enger Zusammenarbeit im Kollegium sowie mit den Eltern und SuS zu testen und weiterzuentwickeln. Im Nachhinein die richtige Entscheidung.

Auf dem Markt existieren verschiedene Anbieter. Wir testen auch das MDM-System von iServ (mit unseren Leih-iPads im Klassensatz), das in den Lizenzgebühren für das sowieso bei uns genutzte iServ-System inkludiert, allerdings vom Funktionsumfang her sehr stark eingeschränkt ist. Aus diesem Grund soll die folgende Einführung ZuluDesk genauer in den Blick nehmen und allen Interessierten das bieten, was wir uns 2016 gewünscht hätten: Einen ersten Erfahrungsbericht.

ZuluDesk – Werbung auf der Anbieterwebsite.

Grundsystem: Apple School Manager mit ZuluDesk-Aufbau

Apple erklärt das Grundsystem sehr verständlich auf der Education-Website. Für alle Laien ist es wohl am einfachsten, sich das iPad-System mit ZuluDesk als Haus vorzustellen.

Das Fundament – Apple School Manager

Der Apple School Manager (ASM) ist ein einfaches, kostenloses und webbasiertes Portal, das für die Bereitstellung von iPads und Macs in Schulen genutzt wird. Schulen können hier automatisch Verwaltete Apple IDs für alle SuS und Lehrkräfte erstellen, ganz einfach Lernmaterialien (Apps) kaufen, Klassen anlegen und neue Geräte dem Schulsystem zuordnen. Diese Geräte werden im DEP (Programm zur Geräteregistrierung von Apple) im Apple School Manager registriert und für den Gebrauch vorbereitet (macht unser Händler automatisch für uns).

Die Unterkellerung – ZuluDesk Management System

Natürlich als „Premium“-Lösung optional, aber für uns sehr funktional und hilfreich, ist jetzt das ZuluDesk Management System (ZMS), das auf ASM aufbaut.

ZuluDesk arbeitet nahtlos mit dem Apple School Manager zusammen und verbindet die Vorteile des ASM  mit den umfangreichen Funktionen, die ZuluDesk bietet, um Geräte zu verwalten, zu organisieren und mit Nutzern zu verbinden. Alle Apple-Geräte werden vom jeweiligen Lieferanten automatisch in ZuluDesk registriert. Über ZuluDesk wird jetzt bestimmt, wie die Geräte eingerichtet werden sollen, welche Apps und Software installiert werden soll und welche Gerätefunktionen für Lehrkräfte und SuS zugelassen oder eben gesperrt werden sollen.

Die Funktionsvielfalt ist enorm – dennoch behält man dank der klaren Oberfläche von ZuluDesk immer den Überblick. Hier einige der Funktionen, als Überblick und aus Datenschutzgründen direkt von der ZuluDesk-Website.

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Praxishinweis: Eine hervorragende Funktion ist, dass man in der App sogenannte „Locations“ anlegen kann (z.B. an das Schul-WLan gebunden), die mit entsprechenden (Schüler-)Profilen verbunden werden. Betreten die SuS dann den Bereich des Schul-WLan, wird automatisch unser „Schulmodus“ aktiviert und die gemeinsam mit SuS konzipierte App-Whitelist von ZuluDesk beschränkt die iPads in der Schule automatisch auf schulisch zugelassene Apps. Nach kleineren Anlauf-Schwierigkeiten funktioniert das Verfahren problemlos und einfach – kostete aber auch einige Einarbeitungszeit und Frustration beim einrichtenden Kollegen-Team. Hier wäre besserer Support wichtig gewesen. Gerade in Bezug auf diese Grundfunktionen empfehlen wir daher unbedingt eine ZuluDesk-Fortbildung beim Anbieter wahrzunehmen, möchte man das Grundsystem einmal einrichten.

Das Haus – ZuluDesk App

Auf dem Grundsystem baut die ZuluDesk – App auf. Diese ist für den Gebrauch im Unterricht / im Klassenzimmer konzipiert. Lehrkräfte können in der App Unterrichtsprofile erstellen und während des Unterrichts die Schülergeräte per App steuern, kontrollieren und z.B. Materialien verteilen. ZuluDesk ist mit Apple Classroom integriert, sodass man z.B. bei Wunsch nach Einsichtnahme in die Schülerbildschirme einfach Classroom öffnen kann und dort auch die Bildschirme der iPads sieht. Im Unterricht funktioniert die ZD-App sehr stabil und zuverlässig, während Classroom – gerade bei instabilem WLan – häufiger mal die Schüler verliert.

Welche Funktionen bietet die App grundlegend?

Größter Vorteil in der täglichen Nutzung: Mit der ZuluDesk-App lassen sich Stunden-/Unterrichtsprofile vorher festlegen, in denen die Lehrkräfte entscheiden, welche Apps und Websites während des Unterrichts verfügbar sein sollen. Um Ablenkungen zu minimieren, lassen sich z.B. Benachrichtigungen verhindern oder die Kamerafunktion deavktivieren.

Praxishinweis: Ich selbst nutze in der Regel 3-4 Profile (1. Offen 2. Nutzung beschränkt auf GoodNotes, Kamera, Documents und Safari 3. Nutzung der genannten Apps ohne Safari 4. Nutzung beschränkt auf 1-2 in der jeweiligen Stunde wichtige Apps). Die Erfahrung zeigt aber, dass mit der Zeit das offene Profil sehr gut funktioniert, wenn Gewöhnungseffekte zum Tragen kommen.

Welche Funktionen bietet die App während des Unterrichts?

Unterrichtsstunde starten

Mit einem Fingerzeig kann ZuluDesk die in einem Unterrichtsprofil gekennzeichneten Apps aktivieren und den Gebrauch anderer Apps verhindern, wodurch die Ablenkung der Schüler verringert wird.

Weblock

Wenn Weblock aktiviert ist, ist es Schülern nur erlaubt, im Safari-Browser vom Lehrer festgelegte, genehmigte Webseiten zu besuchen.

Gruppen bilden

Mit der App lassen sich leicht per Fingertipp Gruppen bilden, um z.B. unterschiedliche Materialien zu verteilen oder unterschiedliche Apps – je nach Gruppe – freizuschalten.

Direkte Bildübertragung per AirPlay

Mit einem einfachen Fingertipp können die Schülergeräte auf das AirPlay und damit den Beamer gespiegelt werden – eine wunderbare Funktion für gemeinsames Arbeiten, Vergleichen von Ergebnissen uvm. – die Vision eines „demokratischen Beamers“ nimmt Form an, allerdings kontrolliert durch die Lehrkraft.

Geräteinformation

Informationen können auf Anfrage für jedes ausgewählte Schülergerät bereitgestellt werden. Zum Beispiel kann der Akkustand eines Geräts einfach ermittelt werden.

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Wer lieber Apple Classroom nutzt: ZuluDesk synchronisiert Classroom automatisch, sodass man nahtlos mit Classroom arbeiten kann. Einziger Vorteil in meinen Augen, falls überhaupt gewünscht: Classroom bietet den Blick auf die Schülerdisplays. Gerade am Anfang von Tablet-Projekten ein funktionales Mittel zur Disziplinierung…

Nachteil von Apple Classroom: Direkt in der App lassen sich keine fertigen Stundenprofile starten, sondern nur die Geräte unmittelbar steuern.

Praxishinweis: Erst in der ZuluDesk-App schnell die Stunde mit gewünschten Einschränkungen starten, dann in die Classroom-App wechseln und dort bspw. die Displays anzeigen lassen, falls gewünscht.

Klassenansicht in Apple Classroom – falls gewünscht auch mit Bildschirmübertragung

Ärgerliches Problem: Ordnerstruktur nach Profilstunden-Nutzung

Praxishinweis: Ein gravierendes Problem hat die App allerdings – auch in Zusammenarbeit mit dem ZuluDesk-Support konnten wir diesen Mangel nicht beheben:

Startet man eine vorbereitete Profil-Stunde, werden natürlich die gesperrten Apps vom Startbildschirm genommen. Beendet man die Unterrichtsstunde, erscheinen alle Apps wieder, allerdings alphabetisch sortiert. Für die Schüler war das häufig so frustrierend, dass wir dann schnell auf Apple Classroom umgestiegen sind. Vor allem widerspricht das dem Prinzip, dass wir den Schülern genauso beibringen wollen, Ordnerstrukturen anzulegen und den Überblick zu wahren. Es bleibt also nur die Wahl, dass die Schüler die alphabetische Reihenfolge auf dem Startbildschirm akzeptieren und sich daran gewöhnen oder man Wert auf eine persönliche Ordnerstruktur legt und dann auf Apple Classroom ausweicht. Eine andere Lösung haben wir bisher leider nicht gefunden.


Kurzfazit

ZuluDesk ist ein Gerätemanagement-System (MDM), das hervorragend funktioniert und in unseren Augen derzeit unerlässlich ist beim Betrieb unseres schulischen iPad-Systems im 1:1-Ansatz. Dass zusätzlich zu den gestiegenen iServ-Gebühren dadurch weitere 5 Euro / Lizenz hinzukommen, ist für häufig strapazierte Schulbudgets ärgerlich, aber angesichts der Anforderungen an Schulen ein Budget, das hoffentlich bald vom Schulträger voll übernommen wird. Die Funktionen sind das große Plus von ZuluDesk im Vergleich zu einem reinen MDM wie Apple School Manager oder auch dem iServ-MDM. Läuft das Grundsystem, werden schnell und unkompliziert Profile zugeordnet, Einschränkungen festgelegt und Apps gekauft und verteilt. Im Unterricht selbst hilft die ZuluDesk-App dabei, Stunden zu strukturieren und die zielorientierte Nutzung der iPads zu gewährleisten.

Gerade die Schülerinnen und Schüler befürworten deutlich den Einsatz eines solchen, ihre Möglichkeiten in der Schule doch einschränkenden Systems, denn das Ablenkungspotential ist allen bewusst. Mit ZuluDesk kann dagegen jede Schule den Grad von Einschränkung und Kontrolle und Freigabe und Selbstverantwortung im Sinne bewussten Mediengebrauchs sinnvoll steuern.

Bei uns ist ZuluDesk seit zwei Jahren im Einsatz. Wir sind sehr zufrieden und wollen weiterhin diese Lösung nutzen. Sollten Sie Erfahrungen mit anderen Systemen haben und ähnlich zufrieden sein: Nutzen Sie die Kommentarfunktion!


(dieser Beitrag ist eine persönliche Einschätzung unter Nutzung einiger Bilder von der ZuluDesk-Website – ich erhalte keinerlei Vergünstigungen oder andere Gratifikationen für diesen Artikel – dieser gibt lediglich meine persönliche Meinung zum ZuluDesk-MDM wieder und soll vor allem der Information interessierter Lehrkräfte dienen)

1 COMMENT

  1. Hallo
    Ich bin eine Studentin im Fremdsprachen Fakultät und ich studiere deutsch . Meine Meinung nach es ist eine sehr gute Idee den IPad und die Medien im Unterricht zu verwenden . Viele Grüße aus Albanien

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