Fünf verschiedene iPad-Modelle hat Apple nach dem letzten Produkt-Update im März 2019 inzwischen im Angebot: iPad mini, iPad Air, iPad Pro mit 11 oder 12,9 Zoll – oder einfach nur iPad. Und dann sind noch nicht die Fragen geklärt, ob man das iPad mit Wifi oder LTE möchte und welche Farbe es sein soll. Gerade Kolleginnen und Kollegen, die sich zum ersten Mal ein iPad kaufen wollen, kommen hier schnell durcheinander, welches iPad in der Schule das passende ist. Zu verwirrend die Bezeichnungen und technischen Daten. Daher hier ein kurzer Überblick über die unterschiedlichen Modelle und ihre Spezifika.

Ein iPad ist eine gute Entscheidung für die Schule. Ich selbst habe mit Microsoft Surface – Books, mit Asus- und Samsung-Tablets in der Schule gearbeitet, bevor ich frustriert dann doch Apple ausprobiert habe. Seitdem möchte ich – zumindest in der Schule – mit nichts anderem mehr arbeiten. Neben der zwar teuren, aber höchst funktionalen und zuverlässigen Hardware (in der Schule hervorragend: iPad in Kombination mit AppleTV), gibt es in Apples App-Store eine unüberschaubare Menge an speziell auf das iPad ausgerichteten Apps; es handelt sich also nicht einfach nur um für das größere Display veränderte Smartphone-Anwendungen. Entwickler müssen sich strengen Regeln unterwerfen. Das führt dazu, dass Apple sowohl in Sachen Sicherheit als auch Datenschutz führend ist. iPads sind außerdem – unabhängig vom Modell – langlebig. Nutzer können ihr Gerät ohne Probleme drei Jahre oder länger nutzen und auch später noch mit einem relativ hohen Wiederverkaufswert verkaufen.

Um nun das richtige Modell zu wählen, sollte man sich genau überlegen, wozu das Gerät in erster Linie verwendet wird. Denn in ihren Funktionen sind die Modelle sehr unterschiedlich.

iPad

Es gibt nur ein iPad, das auch so heißt – ohne jeden Namenszusatz. Für viele Nutzer dürfte es die beste Wahl sein. Mit dem kleinsten Speicher von 32 Gigabyte kostet es 349 Euro – für Schulen i.d.R. bei spezialisierten Anbietern 329 Euro – was im Apple-Vergleich schon fast ein Schnäppchen ist. Der Bildschirm hat eine Größe von 9,7 Zoll. An einigen Stellen hat Apple bei der Ausstattung gespart. So fehlt dem Display die Entspiegelung. Außerdem arbeitet im iPad der A10X-Prozessor von Apple. Er ist zwar nicht der schnellste Prozessor, aber im Praxisbetrieb in der Schule fällt das kaum auf.

Trotz des günstigen Preises hat Apple hier ein echtes Allround-Gerät im Angebot, das alle Aufgaben in der Schule mühelos beherrscht. 

Das Allround-Modell für die meisten Nutzer: Das iPad. (© Abbildung von Apple-Website)

Wichtig und eine große Veränderung zum iPad (2017): Das iPad beherrscht seit letztem Jahr endlich auch Stifteingaben mit dem Apple Pencil. Das wurde höchste Zeit, schränkte es doch Schüler und Kollegen immer wieder sehr ein, diesen hervorragenden Tabletstift nicht nutzen zu können.

Günstigere Alternative: Auch der Logitech Crayon schreibt sehr gut und ist ca. 30 Euro günstiger als der Apple Pencil. Die Schüler, die mit dem Crayon arbeiten, sind ebenfalls sehr angetan und empfehlen den Stift weiter.

Das iPad ist in fast allen Anwendungsszenarien ein guter Kompromiss. Es ist noch klein genug, um in der Schultasche Platz zu finden. Es hat aber eine Display-Größe, mit der auch unterwegs Filme schauen oder Zeitung lesen noch Spaß machen und in der Schule auch komplexere Tafelbilder problemlos umsetzbar sind.

iPad mini 5

Nach fünf Jahren Pause hat Apple im März mit dem neuen iPad Mini die fünfte Generation dieses sehr kompakten iPads auf den Markt gebracht. Mit einer Display-Größe von 7,9 Zoll ist das iPad mini 5 das mit Abstand kleinste und leichteste iPad. Es sieht zwar fast genauso aus wie sein Vorgänger-Modell, hat aber ein besseres Display, das nun auch die True-Tone-Technik unterstützt, die die Farbtemperatur an das Umgebungslicht anpasst. Außerdem ist das Display nun entspiegelt, was das Lesen im Freien deutlich erleichtert.

Das kleine 7,9 Zoll – iPad für den mobilen Einsatz: Das iPad mini 5 (© Abbildung von Apple-Website)

Auch das iPad Mini funktioniert nun endlich mit dem Apple Pencil. Das funktioniert aber nur mit dem Apple Pencil der ersten Generation. Mit einem A12-Prozessor hat es außerdem einen schnelleren Prozessor als das normale iPad, was allerdings seinen Preis hat: So kostet das iPad mini 5 mit dem kleinsten 64-Gigabyte-Speicher und ohne Mobilfunkempfang 449 Euro. Mit 256 Gigabyte Speicher und Mobilfunkempfang sind es sogar 759 Euro.

Das iPad Mini 5 eignet sich für alle Tätigkeiten unterwegs hervorragend. Es passt auch in kleinste Taschen. Trotz seines kompakten Formats hat es gute Hardware verbaut. Während alle anderen iPads mit zwei Händen gehalten werden wollen, reicht beim iPad mini eine Hand. Und mit dem Apple Pencil wird es zum perfekten digitalen Notizblock. Der Preis ist allerdings recht hoch und dürfte viele vom Kauf abhalten, zumal das Display in der Schule in meinen Augen einfach zu klein ist. Ich hatte selbst das iPad Mini 4 im Einsatz und bin dann recht schnell auf das iPad Pro 10,5 gewechselt, weil das kleine Display gerade bei Tafelbildern und Tabellen schnell an seine Grenzen stieß.

iPad Air

Das iPad Air hat zusammen mit dem iPad Mini 5 das jüngste Update von Apple erfahren. Es ist mit 10,5 Zoll zwar nur ein wenig größer als das iPad, dafür hat es aber den schnellen A12-Chip eingebaut. Das Display ist entspiegelt und passt seine Farbtemperatur an das Umgebungslicht an, was ein klarer Vorteil gegenüber dem iPad ist. Dafür kostet es aber in der günstigsten Ausstattung mit 64 Gigabyte Speicher auch 200 Euro mehr, was für den Schulgebrauch wohl ein deutliches Contra-Argument darstellt.

Damit steht das iPad Air in der Mitte der iPad-Rangfolge: Wem das Display des iPad nicht reicht, der findet hier ein gutes Upgrade, ohne gleich zum teuren Pro-Modell greifen zu müssen.

Das teurere Allround-Modell mit etwas größerem Display und schnellerem Prozessor: Das iPad Air (© Abbildung von Apple-Website)

Obwohl das Display etwas größer ist, wiegt das „Air“ im Vergleich zum iPad in der WLAN-Variante sogar etwas weniger. Es akzeptiert auch Eingaben mit dem Apple Pencil der ersten Generation. Außerdem verfügt es über einen Smart Connector. Dadurch kann Apples externe Tastatur einfach angedockt werden.

Damit ist das iPad Air das richtige Gerät für alle, die mehr Leistung wollen und dafür auch bereit sind einen höheren Preis zu zahlen. Gerade für Vielschreiber zahlt es sich dann auch aus, die Original Apple-Tastatur andocken zu können. Ein Vorteil, den ich als Wenig-Tipper bisher kaum gebraucht habe, aber das ist natürlich Typsache.

iPad Pro (11 Zoll)

Das iPad Pro ist das Top-Modell in Apples Produktsortiment. Das iPad Pro hat ein Display von elf Zoll, ist aber trotz des größeren Bildschirms kleiner als das iPad Air. Und es hat das beste Display, das Apple zu bieten hat: laminiert, entspiegelt und mit der ProMotion-Technologie ausgestattet, die Bildwiederholraten von bis zu 120 Hertz ermöglicht. Dadurch wird das Scrollen durch Webseiten flüssiger, die Reaktionsfähigkeit höher und Bewegungen fließender. Und es ist gelungen, den Bildschirmrand wirklich schmal zu machen. Dafür mussten allerdings der Fingerabdruck-Scanner zusammen mit dem von Apple ja altgewohnten Home-Button weichen. Jetzt wird das iPad Pro nur noch mit Gesichtserkennung entsperrt. Eine Tatsache, die nicht jedem Apple-Nutzer gefallen wird. Ich selbst möchte auf den Home-Button nicht verzichten und bleibe erstmal beim iPad Pro 10,5.

Teuer, schnell und gut: Das iPad Pro 11 (© Abbildung von Apple-Website)

Der Prozessor A12X ist wohl der leistungsfähigste Chip, der je in ein Tablet eingebaut wurde. Apple hat das Gerät daher auch als Notebook-Ersatz beworben. Und tatsächlich hat es mehr Ressourcen als die meisten Computer. Allein schon die maximale Speichergröße von einem Terabyte ist beeindruckend. Das ist auf einem Tablet kaum zu füllen.

Mit dem neuen iPad Pro, das bereits im vergangenen Jahr eingeführt wurde, kommt auch ein neuer Stift: der Apple Pencil 2. Hier wird es leider verwirrend. Der Stift kann zwar einfach an die Seite des iPad Pro angedockt werden, wo er sich auch auflädt. Doch er funktioniert eben nur mit diesem Modell. Alle anderen verlangen den Apple Pencil 1, der über den Lightning-Port des iPad aufgeladen wird.

Wer dadurch noch nicht vollends verwirrt ist, kann sich den Anschluss ansehen. Das iPad Pro hat einen USB-C-Anschluss; alle anderen iPads einen Lightning-Anschluss. Theoretisch ist USB-C ein guter Standard, der den Anschluss von einer Vielzahl von Geräten ermöglicht. Doch nicht beim iPad Pro. Viele Geräte erkennt das iPad Pro einfach nicht, was an der Software liegt. So ignoriert der Anschluss beispielsweise einen USB-Speicherstick mit Word-Dateien, obwohl es Word für das iPad gibt.

Und leider fehlt dem iPad Pro auch noch der Kopfhöreranschluss. Kopfhörer müssen also entweder drahtlos oder mit einem USB-C-Adapter verbunden werden. Ein nerviges Detail in meinen Augen, da ich natürlich meine Kopfhörer gerne geräteübergreifend nutzen möchte.

Wer mit den genannten Einschränkungen leben kann, dürfte mit dem iPad Pro das beste Tablet finden, das es auf dem Markt gibt, und das gerade für die Schule eine sehr gute Mischung aus Größe und Leistung bietet. Allerdings auch wie gewohnt zu einem sehr hohen Preis: Je nach Ausstattung verlangt Apple dafür zwischen 879 und satten 1879 Euro.

iPad Pro (12,9 Zoll)

Das Top-Modell in groß – so könnte man das iPad Pro 12,9 beschreiben. Es hat alles, was auch die Elf-Zoll-Variante eingebaut hat. Und doch ist es wegen seiner Größe für andere Einsatzszenarien gemacht.

Vorteilhaft ist der große Bildschirm, wenn man darauf kreativ werden will. Wer also auf dem iPad viel zeichnet, Fotos bearbeitet oder hochauflösende Videos schneidet, ist hier richtig. Wer aber hauptsächlich Webseiten aufruft, E-Mails liest und den einen oder anderen Film schaut, sollte zu anderen Modellen greifen. Denn dafür ist das iPad Pro 12,9 schlichtweg zu gut ausgestattet und vor allem zu teuer.

Das Spitzenmodell von Apple mit sehr großem Display: Das iPad Pro 12,9 (© Abbildung von Apple-Website)

Trotzdem haben einige Kolleginnen und Kollegen das iPad Pro 12,9 gekauft, weil ihnen die anderen Modelle zu klein und damit schnell zu unübersichtlich waren. Eine nicht unerhebliche Investition, die sich dann aber in übersichtlichem Arbeiten, großformatigen iPad-/Tafelbildern und auch größerer Beamer-Übertragung niederschlagen kann.

Das iPad Pro 12,9 kostet schon mit dem kleinsten Speicher von 64 Gigabyte und ohne Mobilfunk 1099 Euro. Wer ein Terabyte wünscht und unterwegs das Mobilfunknetz nutzen will, zahlt noch 1000 Euro mehr. In der Schule ist auch die Größe zu bedenken, die nicht unerheblich ist. In übliche Schultaschen dürfte das iPad Pro 12,9 nicht passen und im Unterricht ist es nicht sehr handlich. Dafür gelingen allerdings Notizen, Grafiken und Mitschriften in Perfektion. Für den Preis bekommt man übrigens sechs klassische iPads, was gerade für den Schulgebrauch eine vielleicht ganz passende Relation darstellt…

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